Pauline Wilhelmine und Carl Burger

Carl Burger (geb. 1834, gest. 12.03.1890) war gelernter Bäcker und begann 1865 nebenberuflich

mit der Hundezucht in Leonberg. 1873 gab er das Bäckerhandwerk auf und widmete sich aus-

schließlich der Hundezucht. Er verkaufte Bäckerei und Wirtschaft, um ein für die Hundezucht

geeigneteres Haus mit Wirtschaft (Zum Rosengarten) zu erwerben. Die nötige Finanzspritze erhielt

der 3 Mal verwitwete Burger von seiner 4. Ehefrau Pauline Wilhelmine Saillet.

Pauline Wilhelmine Stähle, verwitwte Saillet, verwitwete Burger

Sie investierte 2.500 Mark in die Wirtschaft und Hundezucht. 1000 Mark wurden allein für die An-

schaffung von 20 Hunden verschiedener Rassen verausgabt. 1885 wurde die florierende Hundezucht

ausgebaut. Jetzt hatten 40 Hunde Platz; jedes Tier mit einem eigenen Zwinger. Ein großer Hof diente

als Auslauf. Die Kosten beliefen sich auf 6.000 Mark. Zu dieser Zeit hätte man damit ein zweistöckiges

Wohnhaus bauen können.

Burger starb am 12. März 1890. Seine Frau führte das Geschäft bis zu ihrem Tod im Jahr 1923 und

danach ihr Sohn Oskar bis 1931 unter dem Namen Burger fort; "Größte Hundezüchterei C. Burger

zum Rosengarten Leonberg".

Gebäude der Hundezucht "Zum Rosengarten"

Neben Pinschern züchtete Burger auch Leonberger, Bernhardiner, Möpse, Doggen, Collies, Königs-

pudel, Dachshunde und Spitze. Für einige Tiere wurden bis zu 1000 Mark verlangt. Entsprechend

vermögend war die Kundschaft. Verkauft wurde auch an den Adel, z.B. an einen türkischen Sultan,

Fürstin Schwarzenberg und Königin Charlotte von Würtemberg.

Gebäudeelemente der Hundezucht "Zum Rosengarten"

Als Burger starb war seine Frau schon sehr vermögend. Sie erbte 50.000 Mark und hatte als erste

Privatperson einen Telefonanschluss in Leonberg. Als sie nach dem Tod von Burger den Maler

Stähle heiratete, wurde aufgrund des beträchtlichen Vermögens ein Ehe- und Erbvertrag mit Güter-

trennung aufgesetzt.

Oben