Geschichte des PSK

Die Geschichte des Pinscher-Schnauzer-Klub 1895 e.V. (PSK)

1895-1900 Gründung

1900-1914 Konsolidierung

1914-1918 1. Weltkrieg

1918-1933 Wachstum

1933-1945 Gleichschaltung und 2. Weltkrieg

1945-1960 Wiederaufbau in West- und Ostdeutschland

1960-1970 (in Bearbeitung)

1970-1990 Hundeboom und und ein begabter PSK-Präsident

1990-2000 Krise und Konsolidierung



Gründung 1895-1900

Josef Berta war der Initiator zur Gründung eines Pinscherklubs, welche

alle Pinscherrassen betreuen sollte. Damals wurden auch die Schnauzer

als Pinscher (rauhaarige Pinscher) bezeichnet. Die Vereinigung aller

Züchter und Liebhaber der glatthaarigen und rauhaarigen Pinscher in

einem Klub sollte das damalige Durcheinander von Größen, Formen und Farben

ordnen und die Pinscherrassen an den höher entwickelten Stand der anderen

Rassehunde heranführen.

H. Seidel

Berta nahm Verbindung zu bekannten Kynologen auf, um die verschiedenen Pinschergruppen zu vereinigen.

Am 3. März 1895 legten Berta und Duderstadt in Nordhausen im Hotel Isermann die Grundzüge des neu

zu bildenden Klubs fest.

Es folgte in Seesen am Harz im grünen Jäger am 23. Mai 1895 die Gründungsversammlung in der die

Satzung und die Rassekennzeichen für die rauhaarigen Pinscher (Schnauzer) beschlossen wurde. Es wurde

ein Vorstand gewählt dem die Herren Josef Berta, Erfurt, G. Duderstadt, Seesen am Harz und H. Seidel,

Charlottenburg angehörten.

Die Festlegung der Rassekennzeichen war hier von besonderer Bedeutung, da die Züchter eine Orien-

tierung brauchten und der Klub seinen Anspruch auf die Festlegung dieser Rassekennzeichen formulieren

musste, um sich von konkurrierenden Vereinen/Klubs abzugrenzen. Noch im Januar 1896 ersucht Josef

Berta die Mitglieder in der Zeitschrift Hundesport und Jagd (1896) "dringend...den Ihnen übersandten

Entwurf der Rassekennzeichen des deutschen rauhaarigen Pinschers eingehend zu studieren und das

Resultat der Prüfung möglichst bald dem Unterzeichneten (Anm. J. Berta) mitzuteilen ".

Hotel grüner Jäger, Seesen am Harz

Aber nicht nur dem Zugpferd --den heutigen Mittelschlag-Schnauzer--galt die Aufmerksamkeit

des Klubs. Auch bezüglich der anderen Pinscher-Klub-Rassen galt es sich der Konkurrenz zu

erwehren. So beteiligte sich Berta an der Diskussion, ob es besser sei den deutschen

Zwergpinscher in einem Spezialklub für alle deutschen Schosshunderassen oder im Pinscherklub

zu betreuen, wie folgt (Hundesport und Jagd, 1896):

"...gestatte ich mir zu bemerken, dass der Pinscherklub allerdings sämtliche Pinscherarten

in den Kreis seiner Fürsorge gezogen hat. Naturgemäss nimmt aber der grosse Rauhaarige z.Zt.

noch das Hauptinteresse in Anspruch; doch hat der Klub den grossen Kurzhaarigen bereits wieder

zu Ehren gebracht und schenkt auch den Zwergarten seine volle Aufmerksamkeit. Die Feststellung

der Rassekennzeichen, welche für die grossen Pinscher jetzt vorliegen und in Kürze publiziert

werden, und die Einführung eines Stammbuches, ist die nächste Aufgabe des Klubs..."

Die Zwergrassen waren aber noch sehr uneinheitlich ausgeprägt. Ende des 19 Jhd. stand man noch

am Anfang der Entwicklung dieser Zwergrassen, aus der später Zwergschnauzer, Zwergpinscher und

Affenpinscher als eigene Rassen entstanden.



Konsolidierung 1900-1914

Am 15. Februar 1900 fand erst die 2. Generalversammlung in Erfurt statt. 20 Mitglieder kamen. In diesem Jahr

gab es eine Revision der Rassekennzeichen, Aufstellung von Klubrichtern und es begannen die Vorarbeiten für

die Anlage eines Zuchtbuches.

Generalversammlung des Pinscher Klubs

Am 12. Mai 1901 fand die 3. Generalversammlung in Gießen statt. 89 Mitglieder nahmen teil. Die Eintragung in

das Vereinsregister Köln und die Aufstellung eines Zuchtbuchführeres wurde beschlossen.

In München fand die 4. Generalversammlung statt. 110 Mitglieder waren vor Ort. Der Vorstand bestand aus:

1. Vorsitzender Josef Berta, Erfurt; 2. Vorsitzender H. Seidel, Charlottenburg, Schriftführer M. Hamecher,

Köln; Zuchtbuchführer Karl Knauf, Heidelberg; Kassenwart August Schwan, Gießen.

Weihnachten 1902 wurde das erste Zuchtbuch des Pinscherklubs herausgegeben in einer Auflage von 300

Stück und mit 453 eingetragenen Hunden. Josef Berta schreibt 1902 dazu:

"Als der Unterzeichnete im Frühjahr 1895 einen Aufruf zur Gründung eines Pinscher-Klubs erließ, gab es

der berufenen Züchter und Liebhaber unseres braven vaterländischen Hundes herzlich wenig. Der Schnau-

zer, der bedeutenste Repräsentant der großen Pinscherfamilie war ein kynologisches Stiefkind und fristete

unter den vornehmen hochgeachteten Fremdlingen achtlos und kümmerlich sein Dasein. Planlosigkeit und

Verwirrung herrschte in seinen Reihen, kein einheitliches züchterisches Bild fesselte den Beschauer, kein

greifbarer Typus reizte den praktischen Sportsmann, seine Erfahrung und seinen Eifer an diesen hoffnungs-

losen Gesellen zu versuchen.

Noch schlimmer sah es bei seinem kurzhaarigen Vetter aus-er war völlig vergessen und verschollen,

während die bunte Schar der Zwerge in ihrer Vielgestaltigkeit heute noch viel zu wünschen übrig läßt.

Es war keine leichte Aufgabe für den Pinscherklub, in jener Zeit, als zahlreiche hochentwickelte fremde

Rassen im Vordergrunde der deutschen Kynologie und in schier uneinnehmbarer Position standen, unserem

rückständigem einheimischen Hund die Bahn frei zu machen und die verdiente Anerkennung und Beachtung

zu verschaffen. Und in der That ging es langsam genug vorwärts. Mit schwachen, unzulänglichen Mitteln

musste jeder Fußbreit Boden erkümpft werden! Aber gestützt auf ein kleines Fähnlein Anhänger und Lieb-

haber gelang es dem Klub, Schritt für Schritt vorzudringen, die Theilnahme immer weiterer Kreise und damit

die Macht und den Einfluß zu gewinnen, der zu einer erfolgreichen Arbeit im Sinne seines Zieles und seines

Strebens unentbehrlich ist.

Anzeige des Pinscher-Klubs in "Hundezucht und Sport" 1913

Als eines der vornehmsten und wirksamsten Mittel zur Erreichung seines Zweckes galt ihm stets ein um-

fassendes Zuchtbuch, ein Kompendium alles dessen, was züchterische Wahl und Erfahrung versucht und

erreicht hatte, und mit hoher Genugthuung erfüllt es ihn darum heute, den ersten grundlegenden Band einer

langen und mühevollen Sammelarbeit ausgeben zu können. Er wird für den denkenden Züchter eine Fund-

grube wichtiger Voraussetzungen, Winke und Anregungen sein und ihm manche Enttäuschung ersparen;

er möge auch dazu beitragen, unseren vortrefflichen nationalen Hund auf die hohe Stufe züchterischer Voll-

kommenheit zu heben, die er mit Recht zu beanspruchen hat.

Mit dieser Überzeugung und mit diesem Wunsche verbinden wir den Ausdruck des Dankes und der An-

erkennung für den Zuchtbuchführer Herrn Karl Knauf, Heidelberg, der in wahrhaft sportlicher Gesinnung,

selbstlos und freudig seinen Fleiß und seine Erfahrung in den Dienst des Klubs, in den Dienst einer schönen,

allgemeinen Sache gestellt hat."

Die folgenden Generalversammlungen fanden regelmäßig statt u.a. in Leipzig (6.3.1903), Gießen (4.9.1904),

Frankfurt a.M. (15.7.1906), Leipzig (28.8.1909), Stuttgart (8.9.1912) und Berlin (19.11.1913). In dieser

Zeit stieg die Mitgliederzahl auf ca. 300 Mitglieder --kurz vor dem 1. Weltkrieg-- an und 296 Ausstellungen

hatte der Klub bis dahin organisiert.

Für den Mittelschlag-Schnauzer waren es dann zwei Vereine, die seine Betreuung in die Hand nahmen.

Neben dem Pinscher-Klub gründete am 18. Dezember 1907 der Rechtsanwalt Dr. Zurhellen, München den

"Bayerischen-Schnauzer-Klub", München, der später in "Schnauzer-Klub" umbenannt wurde. Der Schnauzer-

Klub gab ab 1909 eigene Zuchtbücher heraus. Insgesamt erschienen 3 Bände des Schnauzer-Zuchtbuches

in der Zeit vom Februar 1909 bis zum April 1914 mit 1262 Eintragungen. Am 16. Oktober 1918 ver-

einigten sich Schnauzer- und Pinscher Klub zum Pinscher-Schnauzer-Verband, der dann am 26. November

1922 durch den Pinscher-Schnauzer-Klub aufgelöst wurde.

1909 wurde der Münchener Schnauzer --später Riesenschnauzer-- als Klubrasse anerkannt. In Band III

(1908-10) des Pinscher-Zuchtbuches wird der "Münchener Schnauzer erstmals erwähnt.

Die Zwergrassen --rauhaarige und glatthaarige Pinscher-- erlebten einen ersten Boom. Dies wurde

gefördert durch die Publikationen von Josef Berta, u.a. "Der Zwergschnauzer" von 1908. Der Affen-

pinscher wird in Band II (1903-07) erstmals erwähnt.

Der Zwergpinscher entwickelte sich als Stiefkind der PSK-Rassen durch die Festlegung der Typform

zum wichtigsten Rassehund-Vertreter des Pinscher-Klubs. 1906/07 setzte sich der Pinscher-Klub gegen

den Berliner Zwerhundklub durch und legte den Standard fest. Die Zwinger Klein-Paris und Rheingold

waren die ersten bedeutenden Züchter. Berta und andere, mit dem Standard eng vertraute, Zuchtrichter

sorgten für eine wesentliche Verbesserung des Zwergpinschers, um mit einem kräftigen, bewegungs-

starken Körper, geraden Knochen, sehnigen Rücken, kräftigem Fang, gutgestellte Hinterhand und einer

schönen Kopf-Hals-Linie einen kräftigen Hund zu erzielen. Die zum Teil gezüchteten degenerierten

Schoßhündchen sollten der Vergangenheit angehören.

Im Januar 1912 berichtet Berta in den Pinscherblätter vom Zustand des Klubs, den finanziele Probleme

zu schaffen machten:

"Der Rückblick ist nicht gerade erhebend. Während wir vor 2 Jahren auf der ganzen Linie siegreich

vordrangen und in Leipzig eine glänzende Heerschau haben konnten, begann sich bald darauf ein ge-

drücktes Gefühl Platz zu machen, es war uns wie am lendemain nach einem Bacchanal, und ein erst-

klassiger Katzenjammer schaute uns aus den Augen. Wir waren in holder Vertrauensseligkeit Räubern

in die Hände gefallen und von zwei Halunken bis aufs Hemd geplündert worden. Alles hatten wir ver-

loren; gestern noch ein wohlhabender Klub, heute vis-á-vis de rien ! Es begann eine Zeit schwerster

Prüfungen, besonders für unseren Zahlmeister. Zunächst noch eine Hoffnung auf die Generosität des

Verbandes, unter dessen Auspizien die Ausstellung überging, ein Strohalm, nach dem wir vergebns

langten. Dann die Notwendigkeit mit dem schlimmsten zu rechnen. Und wir haben damit gerechnet, ge-

zahlt, Tausende gezahlt, gekämpft, um Stellung und Einfluß zu behaupten, unsere Schwäche verborgen

und das Ziel im Auge behalten. So haben wir uns glücklich durchmanifestiert und sind wieder fein,

wie der Kaufmann sagt. Aber ein halbes Jahr waren wir flügellahm, keiner Initiative fähig, mußten

wir uns begnügen, unsere Stellung zu behaupten, und alle Pläne und Entscheidungen der genauesten

Sparsamkeit und Berechnung unterordnen. Es war kein wolkenloser Himmel, unter dem wir gewandelt,

und große Taten und Werke konnten unter ihm nicht reifen. Aber auf allen bedeutenden Veranstaltungen

vermochten wir auch ohne Aufwand und Propaganda zur Geltung zu kommen, lediglich gestützt auf unser

Ansehen und die einmal errungene Stellung im Konzert der Spezialklubs....Auf dem Gebiet der Ver-

waltung und Propaganda beschränkten wir uns auf das Notwendigste, den Ausbau des Zuchtbuchs, die

Einführung einer eigenen Zeitung, bescheidene Reklame, wohlüberlegte Berücksichtigung der Aus-

stellungen mit unseren Ehrengaben. Es fehlt uns an Stoßkraft zu einer umfassenden, großzügigen

Geltendmachung unseres Ansehens und Einflusses."

Im August 1912 wurde der IV. Band des Zuchtbuches abgeschlossen mit der Eintragungsnummer 2600.

Neben den Zuchtbüchern wurden auch regelmäßig die "Pinscherblätter" ab 1911 von Josef Berta heraus-

gegeben. Ab 1913 wurden die Pinscherblätter in der Hundezeitschrift "Hundesport und Jagd" ver-

öffentlicht.

Josef Berta wurde 1913 zum Ehrenvorsitzenden ernannt und gab den 1. Vorsitz an August Schwan ab.



1. Weltkrieg 1914-1918

Der 1. Weltkrieg brachte einen tiefen Einschnitt in die Aktivitäten des Pinscherklubs. Der Bestand an Zucht-

tieren und auch an Mitgliedern ging stark zurück. In der 1. Generalversammlung (29.9.1918) in Gießen

nach dem Krieg waren nur noch 96 Mitglieder da. Es ging darum die "Überbleibsel" zusammen zu suchen

um neu anzufangen.

Pinscher-Zuchtbuch Bd V (Kriegsband), 1916

Aber auch im Krieg --im Jahr 1916-- wurde ein Zuchtbuch herausgegeben. Josef Berta schreibt im Vor-

wort zu diesem Zuchtbuch ganz im Geist der damaligen Zeit:

"Wir stehen im dritten Jahr eines Krieges, wie ihn gewaltiger keine Geschichte je geschrieben, wie er furcht-

barer keinem Volke je beschieden war, wie ihn heroischer und zuversichtlicher je aufgenommen und durch-

kämpft hat. Kein Krieg um unsere militärische und politische Vormachtstellung, um schnöden Landerwerbes

oder um ruhm- und rachsüchtiger Begierden willen, ein Kampf um die von uns geschaffenen Kulturwerte,

um die Früchte unserer deutschen Friedensarbeit.

Niemals war einem friedlichen und fleißigen Volk und gerechten Volke furchtbareres Schicksal beschieden,

niemals wurde ein Kampf auf Leben und Tod mit heiligerem Ernst, mit härterer Entschlossenheit, mit fester

Siegeszuversicht gekämpft, aber auch niemals hat ein Volk so einmütig und opferbereit, so groß und erhaben

den Kampf um seine heiligen Güter, für seine Zukunft und Kultur, aufgenommen als das deutsche....

Jakobine Dürr mit Schnauzerhündin 1917

So haben wir unsere Sportarbeit auch dann nicht ruhen lassen, als man uns das Schwert in die Hand zwang,

Vaterland, Haus, Herd und Gut zu verteidigen. So erschien uns , die wir berufen waren, den Dienst in der

Heimat zu versehen, wie eine heilige Pflicht, die uns anvertraute Aufgabe nicht sorglos beiseite zu legen; wir

hätten uns eines Verrates an denjenigen schuldig gemacht, die auf den Ruf: Zu den Waffen! alles im Stiche

lassen mussten, was ihnen teuer war, wenn wir nicht hilfreich und entschlossen in die Bresche gesprungen

wären, nicht mit allen Kräften zu erhalten und zu fördern gestrebt hätten, was wir in vieljähriger emsiger ge-

meinsamer Arbeit geschaffen und aufgebaut haben. Und so zögerten wir auch nicht, das Zuchtbuch, in dem

die Tätigkeit des Pinscher-Klubs (Sitz Köln) ihren klarsten Abdruck und ihre wirkende Kraft hat, fort-

zuführen und allen Beteiligten, Züchtern und Liebhabern zugänglich zu machen.

Wir haben gesammelt, was der Sport in diesen beiden schweren Kriegsjahren zu bieten vermochte, und

indem wir es in einem bescheidenem Kriegsbande hinausgeben, geschieht es in bester Meinung, daß auch

das geringere Ergebnis einer unfruchtbaren Zeit nicht ohne Einfluß auf die gegenwärtige und zukänftige

Zucht sein wird."

Schilbach mit Sanitätsschnauzer Strupp

Diesen Text muss man in den Kontext der damaligen Zeit stellen und sollte hier nicht aus der heutigen Zeit

beurteilt werden.



Wachstum 1918-1933

Der Zwerghundeklub Berlin (gegründet 1902), der Affenpinscher und Zwergpinscher betreute und der

Schnauzer-Klub München (gegründet 1907), der sich um den Rauhaarpinscher kümmerte, vereinte sich

nach dem 1. Weltkrieg mit dem Pinscher-Klub zu einem Verein. Der Schnauzer Klub München und der

Pinscher-Klub vereinigten sich am 16. Oktober 1918 zum "Pinscher-Schnauzer-Verband". Die Zucht-

bücher, die bis dahin getrennt waren, wurden zu einem Zuchtbuch zusammengefasst. Der "Pinscher-

Schnauzer-Verband" wurde 1922 aufgelöst und ging auf in den Pinscher-Schnauzer-Klub. Die Vereinigung

war sehr bedeutsam, da der PSK im süddeutschen Raum nur schwach vertreten war und sich die Zuchtbe-

mühungen um den Schnauzer konzentrierter fortführen ließ.

Züchter Joh. Spenthoff, Köln mit Zuchtgruppe Schnauzer, pfeffersalz, 1922

1921 wurde der Pinscher-Klub in "Pinscher-Schnauzer-Klub 1895 e.V. (PSK)" umbenannt.

In den 20er Jahren formierten sich die regionalen Treffs der Mitglieder in Ortsgruppen, die wiederum zu

Landesgruppen zusammengeführt wurden. 1923 gab es Ortsgruppen in München, Regensburg, Nürnberg,

Würzburg, Göppingen, Stuttgart, Mannheim, Karlsruhe, Maikammer, Ludwigshafen, Saarbrücken,

Darmstadt, Frankfurt, Hanau, Mainz, Wiesbaden, Worms, Erfurt, Leipzig, Breslau, Berlin, Königsberg,

Aachen, Dortmund, Düsseldorf, Elberfeld, Köln (Gründung 11.10.1923), Solingen und Gnoien.

Die Inflation erreichte ihren Höhepunkt. Hier ein paar Eindrücke von 1923:

Einzeleintragungsgebühr 1/2 Million Mark, Eintragung von einem Wurf bis 5 Welpen 1 Million Mark,

Zuchtnamenschutz 5 Millionen Mark, Neuaufnahme Mitglied 1 Millionen Mark.

Klubzeitung: "Mitteilungen des Pinscher-Schnauzer-Klub", Ausgabe 1 von 1926

Im März 1924 brachte der Klub seine eigene Zeitung --Mitteilungen des Pinscher-Schnauzer-Klub--

heraus mit dem Schriftleiter Felix Ebner.

Die Mitgliederzahl betrug 1923 ca. 3000 Mitglieder.

Der Vorstand setze sich 1923 zusammen aus: 1. Vorsitzender August Schwan, Gießen, 2. Vorsitzender

und Zuchtbuchamt I Georg Nußbaumer, München, Zuchtbuchamt II Joseph Best, Wehrheim im Taunus,

1. Schriftführer Ed.F. Gartner, Karlsruhe, Schriftleiter der Mitteilungen Felix Ebner, München,

Kassenstelle A. Komp, Karlsruhe, Zuchtnachrichtenstelle und Kaufnachweis Max Kamp, Mehrscheid

-Ohligs.

Pinscher-Schnauzer-Zuchtbuch Bd I (Eintragungen von 1914-1923), 1924

Im Zuchtbuch Band 1 des PSK, welches 1924 fertiggestellt wurde, wurden alle seit 1914-1923 gezüch-

teten Pinscher und Schnauzer aufgezeichnet. Insgesamt 567 Riesenschnauzer, 7037 Schnauzer, 1505

Zwergschnauzer, 185 Pinscher, 3970 Zwergpinscher und 210 Affenpinscher. Die Einteilung in die drei

Größen Riesen, Mittelschläge und Zwerge war inzwischen durch Neuformulierung der Rassekennzeichen

fixiert worden. Das Zuchtbuch 1924 hatte schon 13474 Eintragungen.

Die Zwergpinscher erlebten nach dem 1. Weltkrieg ihre Blütezeit. Ab 1925 wurden jährlich 1300

Zwergpinscher in die Zuchtbücher eingetragen. Auf den Ausstellungen war bis zu 60 Zwergpinscher

vertreten. Leider entwickelte sich der Zwergpinscher aufgrund der steigenden Beliebtheit zum Modehund,

was Gelegenheitszüchter auf den Plan rief, die die Zucht verwässerten.

Der Riesenschnauzer erhielt 1925 seine Anerkennung als "Gebrauchshund". Dies resultierte aus den Be-

mühungen der staatlichen "Zucht- und Abrichte-Anstalt Grünheide", die den Riesenschnauzer als Dienst-

hund erheblich förderte. Auch die Firmen Siemens und Halske AG setzten Riesenschnauzer im Werk-

sicherheitsdienst ein. Der PSK führte 1927 den Leisungssiegertitel ein.



Gleichschaltung und 2. Weltkrieg 1933-1945

Schon 1933 mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden auch die Hundevereine gleich-

geschaltet, d.h. unter Kontrolle von staatlich kontrollierten Organen zentralisiert. F. Bazille schreibt im

Juni 1933:

"An führender Stelle werden nicht geduldet: Juden, Sozialdemokraten und Kommunisten....Die Einigung

des deutschen Rassehundewesens kann wohl nur in der Weise erfolgen, daß die seitherigen Kartell-

sezzionen in den Rassevereinen des D.K.H (Anm.: Deutsches Kartell für Hundewesen) aufgehen, dies

wird nicht schwer sein, nachdem der Vorsitzende wohl inzwischen abgetreten ist. Sollte dies nicht der

Fall sein, so müsste sein Rücktritt gefordert werden, da er nicht Arier ist."

Das bedeutet alle Spezialrassevereine, wie der PSK sollten in diese zentrale Organisation aufgehen.

1933 wurde das Hundewesen umorganisiert. Der PSK muss sich in den neu geschaffenen Verband

"Reichsverband für das Deutsche Hundewesen (RDH)" eingliedern. Innerhalb des RDH bestand der

PSK dann als "Fachschaft für Schnauzer und Pinscher" fort. Die Vereins- und Zuchtgrundsätze des PSK

blieben davon vorerst unberührt. Später machte der RDH jedoch auch hier Vorgaben, die umzusetzen

waren.

1936 wurde die Größe beim Zwergpinscher auf eine Widerristhöhe von 30 cm angehoben, eine untere

Grenze wurde nicht festgelegt, was die Züchter, die extreme Kleinwüchsigkeit züchteten, weiterhin nutzten.

Um leistungsfähige Riesenschnauzer zu züchten wurde ab 1937 verlangt, dass mindestens ein Elterntier

ein Ausbildungskennzeichen nachweisen musste (später beide Elterntiere) und die Mindestbewertung

bei "Sehr gut" durch einen Fachschaftsrichter für die Zucht notwendig war. Dies war für die Riesen-

schnauzer-Züchter eine sehr einschneidende Bestimmung, da 1937 nur 60 % der Riesenschnauzer diese

Kriterien erfüllten. (Quelle: PSK-Zuchtbuch 1937). Leistungszucht wurde hier klar vor Schönheitszucht

gestellt.

Reichssieger 1938 Erko v. d. Glücksburg, SchH III (Quelle: Reichs-Zuchtbuch, Bd. XVI)

Der RDH wurde 1937 in den "Reichsverband Deutscher Kleintierzüchter (RDKl)" eingegliedert, um

"eine straffere Erfassung und Ausrichtung durch die staatlichen Behörden (Quelle: PSK-Zuchtbuch

1937)" zu erhalten.

Die Bezeichnung des 1. Vorsitzenden des PSK Josef Best war jetzt Reichsobmann und Zuchtbuchführer,

was die Beschränkung durch den RDH erkennen läßt.

1941 tritt der Reichsverband für Hundewesen (RH) und damit auch der als Fachschaft angeschlossene

PSK aus der Fédération Cynologique Internationale (FCI) aus.

Während des Krieges wurde das Zuchtbuch weiter geführt und in jedem Kriegsjahr gab es eine Ausgabe.

Die Mitteilungen des Pinscher-Schnauzer-Klubs wurden noch regelmäßig bis Anfang 1943 veröffentlicht;

danach erschienen sie nur noch sporadisch bis sie 1944 eingestellt wurden. Der Schriftleiter der Blätter

Felix Ebner starb am 22. Dezember 1941.

Hundemusterungsbefehl von 1943

Riesenschnauzer wurden im Kriegsdienst als Meldehunde eingesetzt. Dazu wurden sie erst auf Tauglich-

keit im Rahmen einer Hundemusterung geprüft. Auch die Futtermittel für Hunde wurden während des

Krieges per Futtermittelverordnung reglementiert. Mit Hilfe von Futtermittelscheinen wurde das not-

wendige Hundefutter erworben. Aber nicht alle Hundebesitzer erhielten diese Scheine sondern nur

Diensthunde, Kriegshunde, Jagdhunde und Rassezuchthunde.

Der Krieg schlug gewaltige Lücken bei den Züchtern und insbesondere den Riesenschnauzern, die im

Krieg eingesetzt wurden.



Wiederaufbau in West- und Ostdeutschland 1945-1960

Nach dem Krieg war die Vereinsarbeit des PSK so gut wie nicht mehr vorhanden. Aber die wenigen

Züchter und Hundehalter, denen es gelungen war ihre Hunde über die Kriegszeit zu retten, ermöglichten

einen Neuanfang.

Nach dem Krieg waren alle Vereine durch die Besatzungsmächte verboten. Diese Bestimmungen

wurden in Westdeutschland nach und nach gelockert. Die Rassezuchtvereine--darunter auch der PSK--

begannen sich neu zu formieren. Es entstanden Landesverbände, die sich innerhalb einer Besatzungs-

zone wieder zusammenschlossen. In der gemeinsamen französischen, britischen und amerikanischen Be-

satzungszone organisierte sich dann der PSK, der am Anfang auch Kontakt zur Ostzone hielt. Der PSK

veröffentlichte ab 1949 in der Zeitschrift "Unser Rassehund".

CACIB-Ausstelung Düsseldorf am 28.06.1959, Richter C. Rosenkötter

In der DDR wurde das Hundewesen der "Vereinigung der gegenseitigen

Bauernhilfe" zugeordnet. Jede Rasse legte ab 1949 ein eigenes Zuchtbuch

an und es erschien die Fachzeitschrift "Der Hund" (1952).

1959 entstand der "Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintier-

züchter (VKSK)" dem das ostdeutsche Hundewesen untergeordnet wurde.

Die einzelnen Rassen wurden als Spezialzuchtgemeinschaften dem VKSK

angegliedert. Die Handlungsfähigkeit dieser Spezialzuchtgemeinschaften

--auch die für Schnauzer/Pinscher-- war stark eingeschränkt.

1947 fand die erste Zuchtrichtertagung in Bad Homburg statt.

Josef Best hat auch nach dem Krieg dafür gesorgt, dass es weiterhin

ein Zuchtbuch des PSK gab und so erschien auch der Jahrgang 1945 im

Jahr 1946.

Die 1. Generalversammlung nach dem Krieg fand 1949 in Heidelberg

statt. Max Kamp wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt.

Die Zahl der Liebhaber und Züchter der PSK-Rassen nahm stetig zu und

bald gab es wieder gut bestückte Ausstellungen, auf denen auch wieder

Spitzenhunde gezeigt wurden.

In West-Berlin fand die erste internationale Ausstellung am 25./26.

April 1953 statt.

Die letzte gemeinsame Veranstaltung von Ost- und West-Berlin organi-

siert von Pabel, Koßmann, Kubel umd Pembel war eine Körung im Berliner

gPrater am 7. Dezember 1952; danach ab es hier eine strikte Trennung

zwischen Ost und West bis zur Wiedervereinigung.

Berliner Ausstellung 1958

Der VKSK veranstaltete in Ostdeutschland große Ausstellungen auf

dem Gelände der Agra Leipzig, Erfurt, Magdeburg und Ost-Berlin.

Der PSK veranstaltete unter dem Dachverband des VDH (Verband für

das deutsche Hundewesen) große Ausstellungen in ganz Westdeutsch-

land und 1956 sogar eine FCI-Welthundeausstellung in Dortmund.

In den 50er Jahren war es noch möglich, dass Aussteller und Richter

aus der DDR/Ostdeutschland auch an Ausstellungen in Westdeutschland

teilnehmen konnte. Erste Abgrenzungen waren aber schon spürbar, wie

der westdeutsche Richter H. Meyer, Musbach/Pfalz anlässlich einer

Siegerausstellung in Leipzig am 28. und 29. Juni 1952, bei der über

3.000 Rassehunde ausgestellt wurden, schreibt:

"Als man mir im Mai dieses Jahres ein Richteramt zu dieser Ausstellung

anbot, freute ich mich darüber und sagte zu, obwohl mir von nicht

wenigen Leuten abgeraten wurde, einen solchen riskanten Schritt zu

unternehmen. Manche glaubten mir voraussagen zu müssen, ich werde

die Westzone wohl nie wieder sehen. Nun zur Beruhigung der mir wohl-

gesinnten Leute sei es gesagt, ich bin nicht nur wiedergekommen,

sondern ich kann auch sagen, dass ich in der Ostzone nicht nur höflich

und zuvorkommend behandelt wurde, ich habe mich bei den ostzonalen

Sportleuten sehr wohl gefühlt.

Die große Zahl der gemeldeten Hunde, darunter viele aus der Westzone,

hat mich sehr überrascht. Leider konnte mich die Qualität der ge-

zeigten Tiere nicht restlos begeistern."

Vorstand PSK 1958: Held, Gellweiler, Wittlich, Stegmüller,

Guimier, Kamp und Jung

Auf der Jahreshauptversammlung in Berlin am 30. und 31. Mai 1959

begrüßte Max Kamp besonders die "Zonen-Sportfreunde" aus der DDR,

die an der Versammlung teilnahmen.

Die Jahreshauptversammlung 1960 findet in Frankfurt/Main und 1961 in

Wiesbaden statt.

Deutscher Pinscher von 1958

1958 startete der Hauptzuchtwart Werner Jung mit der Rekonstruktion

des fast ausgestorbenen Deutschen Pinschers. Auf Basis einer letzten

Deutschen Pinscherhündin aus Ostdeutschland und vier übergroßen Zwerg-

pinscher schafft er und einige wenige Mitstreiter es, diese Hunderasse

zu erhalten.



Hundeboom und ein begabter PSK-Präsident 1970-1990

In den 70er und 80er Jahren erlebte das Hundewesen einen Boom unge-

ahnter Weise, einhergehend mit dem sozialen und wirtschaftlichen

Aufschwung in Westeuropa.

Heinz Höller dominierte in diesen Jahren die Geschehnisse rund um

den PSK. Es gelang dem PSK und insbesondere dem Vorstandsvorsitzenden

Heinz Höller die verschiedenen Herausforderungen an den PSK zu meistern:

Steigende Anzahl der Zucht, steigende Anzahl von Mitgliedern (von 3500

auf 13.000 Mitglieder), Verbreiterung des Interesses um den Hund,

Mehrung der sportlichen Aktivitäten.

Heinz Höller, 1. Vorsitzende des PSK von 1971 bis 1987

Unter Heinz Höller verbesserte der Vorstand des PSK Zuchtkontrolle und

Zuchtbewertung durch Förderung von Zuchtwarten und -richtern.

Für die vielen Mitglieder gab es über Jahre reichlich Informationen um

den Hund in den vereinsinternen Veröffentlichungen. Ab 1979 wurde eine

eigene Zeitschrift "Pinscher und Schnauzer" herausgegeben; vorher er-

schienen die PSK-Vereinsnachrichten auf wenigen Seiten in der Zeitschrift

"Unser Rassehund". Autoren mit eigenen Abhandlungen für die einzelnen PSK-

Hunderassen und den Hunde-Sport ergänzten das Stoffangebot in der Zeit-

schrift.

Im Hundesport wurde der vermehrten Freizeit, der Vielzahl der Rassen und

der verschiedennen hundlichen Möglichkeiten Rechnung getragen durch ver-

mehrte Veranstaltungen, zusätzliche Angebote im Breitensport, Rettungswesen

und Ausdauerprüfungen.

Die PSK Geschäftsstelle wurde modernisiert und EDV eingeführt.

Die generelle Ausgewogenheit dieses Klubausbaus ist in erster Linie der

Begabung und Konsequenz des Klubpräsidenten Heinz Höller zuzuschreiben.

Seine Vorstellung war es, die Vielfalt von Möglichkeiten für Hund und

Mensch in Einklang zu bringen. Der Präsident verlor nie den Kontakt zu

Züchtern, Sportlern, Funktionären und Hundebesitzern. Beschwerden, Ver-

säumnisse und Anregungen wurden zum Anlaß genommen, um Optimierungen in

der Hundehaltung, Zucht, Sport und Organisation zu erzielen. Zu dieser

Zeit erreichte der PSK seinen Höchstpunkt und hatte ein hohes Ansehen

auch unter den anderenRassehundevereinen.

Der Tod von Heinz Höller hinterließ eine tiefe Wunde in der PSK Organi-

sation. Die Unruhe läßt sich deutlich in den zeitlich schnell aufeinander-

folgenden Wechsel des 1. Vorsitzenden in den nächsten Jahren erkennen,

von denen einer (Peter Burtzik) sogar 1989 abgewählt wurde. Zwei erfolg-

reiche Jahrzehnte des PSK gingen mit schlechten Startbedingungen für die

Zukunft zu Ende.



1990-2000 Krise und Konsolidierung

Auf der Jahreshauptversammlung in Herne am 11.05.1991 tritt nach nur

2 Jahren der 1. Vorsitzende Theo Hunecke aus gesundheitlichen Gründen

zurück. Als Nachfolger wird Kurt Spieker, der bisher 2. Vorsitzender war,

gewählt. Artur Knieriemen wird 2. Vorsitzender und Horst Gebhardt 3. Vor-

sitzender.

Da auch einige andere Vorstandsämter neu besetzt wurden, hat sich der

Vorstand komplett umorganisiert.

Die Geschäftstelle wird 1991 von Alsdorf nach Remscheid verlegt.

Im Jahr 1993 gerät der PSK in eine finanzielle Schieflage. Die mangelnde

Transparenz über die Buchhaltung mangelnde Kontrollmechanismen hinsicht-

lich der Ausgaben des Vereins und Probleme in der finanziellen Adminis-

tration brachten den PSK in eine prekäre Lage. Die entstehende Unruhe

wird in der Jahreshauptversammlung am 8. Mai 1993 in Münster deutlich.

Die Wahl des 2. Vorsitzenden muss in 3 Wahlgängen durchgeführt werden,

erst dann setzt sich Artur Knieriemen erneut knapp durch.

Der Haushaltsplan 1993 wird unter folgenden Punkten angenommen: Beiträge

und Dienstleistungen sind zu erhöhen, Mitarbeiter der Geschäftsstelle sind

zu reduzieren, die Klubzeitung wird in der Seitenzahl reduziert, Veröffent-

lichungen des Leistungsbuches entfallen und die teure Druckerei für die

Klubzeitung wird gewechselt.

Im Rahmen einer folgenden außerordentlichen Hauptversammlung am 25. Sep-

tember 1993 tritt der gesamte Vorstand zurück und wird neu gewählt. Arnold

Dierkes wird 1. Vorsitzender, Karl-Heinz Königer 2. Vorsitzender und Rüdiger

Ahrendts 3. Vorsitzender des PSK.

Im Rahmen der finanziellen Schieflage des PSK ist das Vertrauen zu diesem

Zeitpunkt an die führenden Funktionäre des Vereins schwer erschüttert. Das

Team um Arnold Dierkes hat einen schweren Stand.

Arnold Dierkes schreibt dazu:

"Helfen Sie alle mit, daß Ruhe und Frieden in den PSK einkehren kann. Sie

haben mir einen motivierten Vorstand an die Hand gegeben, der zum Wohle des

PSK arbeiten wird. In den nächsten Wochen werden wir Sie über die Arbeit

der Vorstandsmitglieder informieren. Der Vorstand wird dafür Sorge tragen, daß

alle Angelegenheiten für die Mitglieder transparent werden. Aber es wird auch

Entscheidungen geben, die in der Sache hart sind-aber seien Sie sicher, es

gibt Entscheidungen !"

Auf der Jahreshauptversammlung am 14. Mai 1994 in Herne wird Anrnold Dierkes

sehr deutlich:

"Was haben wir vorgefunden ? eine nicht mehr funktionierende Geschäftsstelle,

einen schlechten Kassenbestand, Berge von unerledigter Post. Heute kann ich

sagen, dass die Aufarbeitung dieser Rückstände ca. 12 Monate in Anspruch

nehmen wird. Auch sage ich ganz deutlich, hätten wir so weitergewirtschaftet,

dann gäbe es keinen PSK mehr!"

Neben den finanziellen Problemen gab es auch Probleme in der Administration

(Fehler bei den Ausstellungen von Ahnentafeln, falsche Tätonummern, verspät

verschickte Beitrags- und Mitgliederrechnungen).

Arnold Dierkes und der Vorstand machen sich an die Arbeit und räumten auf.

Die Gebühren wurden erhöht, Ahnentafeln nach 10 Tagen versendet per Nachnahme,

Mitglieds- und Beitragsrechnung werden frühzeitig zugestellt, die Geschäfts-

stelle straffer organisiert, Rationalisierung und Kürzungen im Personalbereich,

eine Geschäftsordnung für den Vorstand ausgearbeitet und eine effiziente

zeitnahe Kassenprüfung aufgesetzt.

1995 hat sich der PSK finanziell wieder gefangen und kann sogar eine ordentliche

100-Jahr Feier in Gera organisieren. Die Zeiten bleiben aber unruhig, das

Mißtrauen sitzt tief im Verein. Arnold Dierkes sagt 1995 auf der Jahreshaupt-

versammlung in Gera:

"....es kommen keine Anfragen, ob man helfen kann, dagegen wird von einigen

überlegt ´wie können wir dem Vorstand an die Karre fahren`, wo sind Schwachpunkte,

finden Sie das fair, ist das ein gemeinsamer PSK ? Die Intrigen kennen keine

Grenzen.....Wenn Sie eine Familie haben, die nicht zu einem steht, können Sie

dieses Spiel nicht ertragen. Der Terror kennt keine Grenzen. Die Gerüchteküche

und die Buschtrommeln kennen keine Pause, sie laufen Tag und Nacht."

Diese Zeilen zeigen unter welchem enormen Druck der Vorstand und Arnold Dierkes

stand. Auch in den folgenden Jahren --aber nicht mehr so deutlich wie in Gera--

beklagt sich Arnold Dierkes über die Loyalität innerhalb des PSK zum Vorstand.

Mein Eindruck: Der Mann hat in einer schwierigen Phase mit einem hohen organi-

satorischen und finanziellen Know how und Arbeitseinsatz (30 Stunden pro Woche)

den PSK vor dem Untergang gerettet. Man muss ihn in die Reihe der großen

1 Vorsitzenden Stellen wie Berta, Borner und Höller. Leider hatte er aber die

undankbare Aufgabe des Sanierers.

In diesen Jahren stand aber noch mit dem Kupierverbot ein weiteres für den PSK

wichtiges Thema an. Der PSK bemühte sich nach Kräften das Kupierverbot zu ver-

hindern. Aber im Jahr 1987 war es dann --zuerst mit dem Kupierverbot für Ohren--

soweit. Nach dem deutschen Tierschutzgesetz dürfen sowohl die Ohren (im PSK

seit 1987) und die Rute (im PSK seit 1998) nicht kupiert (beschnitten)

werden.

Die 90er Jahre waren auch geprägt durch die Wiedervereinigung von West- und

Ostdeutschland.

Am 24. März 1990 fand in Halle eine Gründungsversammlung eines Schnauzer-

Pinscher Klubs e.V. (SPK) für Ostdeutschland statt. Die "neue" Satzung und

Geschäftsordnung war stark an den PSK/Westdeutschland angelehnt. Der 1. Vor-

sitzende war K.H. Trautmann.

Die FCI sprach dem VDH das Recht zu das Gebiet der DDR zu seinem Hoheitsgebiet

zu erklären (VDH.Mitgliederversammlung 09.06.1990). K.H. Trautmann begründet

den direkten Beitritt in den PSK und schreibt dazu:

"Die Tatsache, daß nach einem komplizierten Aufnahmeverfahren und einer drei-

jährigen Probezeit nicht die Garantie, als Verein im VDH zu sein, gegeben

wird und damit die Teilnahme an internationalen Veranstaltungen bis zur Mit-

gliedschaft im VDH nicht möglich ist, weil die Ahnentafeln unserer Tiere nicht

vom VDH/FCI anerkannt sind sowie der Wunsch, unsere Rassen in einem einzigen

nationalen Klub in Deutschland vertreten zu lassen, gab hierzu den Ausschlag.

Am 27. Juli 1990 entschied der Vorstand des SPK zum Beitritt in den PSK mit

Wirkung zum 31. Oktober 1990. Der SPK wurde aufgelöst. Die SPK Ortsgruppen

bildeten sich durch Mehrheitsbeschluß zu PSK Ortsgruppen um. Es bildeten sich

neue PSK Landesgruppen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt,

Sachsen und Thüringen.

Ab dem 1.1.1990 gelten nur noch die HD-Auswertungen, der HD Auswertungs-

stellen des PSK. Für alle Zuchthunde unter 2 Jahren waren die Röntgenunter-

lagen aus DDR-Zeit den Untersuchungsstellen des PSK zur Begutachtung zuzu-

leiten.



Fortsetzung folgt......

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